Versicherung

Wenn es zum Unfall kommt 
Denken Sie daran, dass zuerst alles getan werden muss, um Schäden an Leib und Leben abzuwenden. 

Der materielle Schaden am Fahrzeug kann immer ersetzt werden und selbstverständlich hilft Ihnen bei der Unfallschadenabwicklung Ihr Kfz-Betrieb. 

Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall trägt die Versicherung des Unfallverursachers in der Regel alle Kosten. Bei der Geltendmachung des Anspruches und bei der Schadenmeldung steht Ihnen Ihr Ansprechpartner in Ihrem Betrieb zur Seite. Selbstverständlich kann er Ihnen einen qualifizierten Kfz-Sachverständigen empfehlen oder Sie an einem kompetenten Rechtsanwalt verweisen. 

Auch bei einem selbstverschuldeten Unfall sollte Ihr Kfz-Betrieb erster Ansprechpartner sein. Bei der Schadenmeldung gegenüber der Kaskoversicherung, gegenüber der Leasinggesellschaft oder der Bank kann Ihr Betrieb behilflich sein. Viele Versicherer bieten einen umfassenden Schadensservice, der allerdings mit Zurückhaltung genutzt werden sollte. Gerade bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall sollten Sie stets daran denken, dass Sie die Schadenabwicklung gerade nicht in die Hände des zahlungsverpflichteten Versicherers legen sollten. 

Nach deutschem Recht haben Sie umfassende Rechte als Geschädigter. Diese Rechte sollten Sie nutzen, um nicht auf Geld zu verzichten, dass Ihnen zusteht. 

Auch hierbei hilft Ihnen Ihr Kfz-Betrieb.

Vorsicht bei Versicherungsverträgen mit Werkstattbindung

Außerordentlich vorsichtig sollte man sein, wenn der Versicherer anbietet, einen Vertrag mit Werkstattbindung abzuschließen. Derartige Verträge haben zum Teil in die Irre führende Namen, beispielsweise Kasko Select, in jedem Fall aber wird die etwas günstigere Prämie erkauft durch erhebliche Risiken und Nachteile. 

So sieht der Versicherungsvertrag mit Werkstattbindung vor, dass das Fahrzeug lediglich in einem Partnerbetrieb des Versicherers instandgesetzt werden soll. Die Instandsetzung in einem Betrieb außerhalb der autorisierten Fachbetriebe des Herstellers könnte unter Umständen zu einem Verlust der Herstellergarantie führen 
(so auch der Bundesgerichtshof, Urteil vom 12.12.2007, AZ: VIII ZR 187/06)

Die meisten Leasing- und Finanzierungsverträge sehen aus guten Gründen vor, dass das Fahrzeug nur in einem autorisierten, fabrikatsgebundenen Betrieb instandgesetzt wird. Wird also ein so genannter Vertrag mit Werkstattbindung abgeschlossen, könnte dieser Vertrag zu Schwierigkeiten mit der Leasinggesellschaft oder der finanzierenden Bank führen. Die wirtschaftlichen Folgen im Schadenfall wären ganz erheblich. Da Sie in der Regel aufgrund des Leasingvertrages verpflichtet sind, eine Unfallschadenreparatur in einem fabrikatsgebundenen Betrieb durchführen zu lassen, werden bei Versicherungsverträgen mit Werkstattbindung im Unfallschaden durch den Versicherer erhebliche Abzüge abgenommen (in der Regel 15 %) bei Reparatur in einer entsprechenden Fachwerkstatt.

Die geringfügige Prämieneinsparung führt somit im Schadensfall zu erheblichen Verlusten für den Fahrzeughalter. Ganz gleich, ob Sie Ihren Versicherungsvertrag bei einem neuen Versicherer oder bei Ihrer alten Versicherung abschließen wollen. Selbst wenn man Ihnen anbietet, einen Versicherungsvertrag mit Werkstattbindung zu nehmen, sollten Sie darauf bestehen, dass es sich um einen Versicherungsvertrag handelt, der Ihnen uneingeschränkt ermöglicht, in die Werkstatt Ihres Vertrauens zu gehen statt in die Werkstatt des Vertrauens des Versicherers. 

Der finanzielle Mehraufwand ist äußerst gering. Abgesehen davon sollten Sie bedenken, dass bei den immer komplexeren Herstellungsprozessen, den immer höheren Elektronikanteil schon aus Haftungsgründen die Reparatur in einem Betrieb des Herstellers zumeist die bessere Lösung ist.


Quelle:www.autorechtaktuell.de